Kartenvorverkauf und Reservierungen bei der Tourist-Info Lechbruck am See

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Ab 30. Mai ist das Flößermuseum wieder für Sie geöffnet.

jeden Sonntag von 16 - 18 Uhr
und Donnerstag von 17.30 - 19 Uhr

Aus bekannten Gründen finden vorerst keine Veranstaltungen im Flößermuseum statt

 

 

Steinbruch am Falchen

Der Förderverein freut sich über eine neue Attraktion im Flößermuseum, ein Miniaturmodell des oberen Steinbruchs am Falchen. In den vergangenen Wintermonaten arbeitete Walter Altmannshofer, Museumsleiter des Dorfmuseums Roßhaupten, 60 Stunden an dem Modell, das er nun, Anfang März, dem Förderverein für das Flößermuseum stiftete. Der leidenschaftliche Hobbykünstler hat schon etliche Modelle gefertigt, die im Museum in Roßhaupten ausgestellt sind. Alte Fotos und ein Plan von Magnus Gündhart, Sohn des letzten Steinbruchbesitzers, inspirierten ihn zur Arbeit am Steinbruchmodell. Hermann Ungurean, ein Lechbrucker Mächler, zufällig auch Nachbar der Steinbrucherben, fertigte einen Tisch für das Modell und schenkte diesen dem Museum. So kann der Förderverein den Besuchern ab Ostern das neue Objekt präsentieren.

Die fünf Steinbrüche am Falchen verschafften den Lechbruckern über Jahrhunderte neben der Flößerei Beschäftigung und Einkommen. Notizen von Pfarrvikar Gschwind, 1846: „Jetzt zählt man mehr als 5 Steinbrüche schon, welche allerwärts ihre Produkte hinliefern und ein schönes Geld eintragen. Ein sehr erwünschter Nahrungszweig für Lechbruck. Beinahe 100 Arbeiter sind in den Steinbrüchen beschäftigt. Leider sind diese Arbeiter in tiefer Unsittlichkeit und besonders unersättliche Trinker.“

Der letzte Besitzer des oberen Steinbruchs war Magnus Gündhart aus Buching. Er heiratete 1894 die  Lechbruckerin Viktoria Weinmüller und kaufte 1898 zuerst den unteren Steinbruch am Falchen, er fertigte Grabsteine. 1921 gründete der Steinmetz eine Wetzsteinfabrikation, der Betrieb ging allerdings schon 1923 infolge der Inflation Bankrott und Gündhart verlor seinen Steinbruch. Aber schon 1925 kaufte er für 700 RM den damals stillgelegten oberen Steinbruch, mit einer Fläche von 13000 qm der größte am Falchen. 1930 führte das  Flußbauamt Weilheim wegen Arbeitslosigkeit im Ort als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme die Lechuferbebauung durch. Dadurch waren 30-40 Arbeiter im Steinbruch beschäftigt und weiter noch 10 Fuhrgespanne. Der Stundenlohn im Steinbruch betrug damals etwa 40-50 Pfennig. Unter den Steinbruchbesitzern herrschte Solidarität, Fürsorgepflicht war für die Arbeitgeber damals selbstverständlich. Als 1936 die Arbeit im unteren Steinbruch wegen eines Abraumeinsturzes eingestellt werden musste (der Hang rutschte vollständig ab und verschüttete auch sämtliches Werkzeug), beschäftigte Gündhart sofort alle Arbeiter seines Konkurrenten bis der untere Steinbruch wieder freigelegt war.

Mit Einführung von Zement und Beton am Bau war die Rentabilität des Lechbrucker Steinbruchs nicht mehr gegeben. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden die Arbeiten eingestellt. 1943 starb Magnus Gündhart.

 

 

Modell Steinbruch Lechbruck W. Altmannshofer 3_2021 (1).jpg

 

 

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